XBRL – Die Technologie

XBRL ist ein technisches Rahmenkonzept, mit dem Datenaustauschformate (Taxonomien) für betriebswirtschaftliche Informationen festgelegt werden können. Das Konzept basiert auf der XML-Sprache (eXtensible Markup Language), die vom World Wide Web Consortium herausgegeben worden ist.

Ein wesentlicher Bestandteil von XBRL sind sog. Taxonomien. Unter einer Taxonomie versteht man ein strukturiertes Verzeichnis bzw. Klassifizierungssystem zu einem Themenbereich. Eine Taxonomie enthält nur Meta-Daten, also Informationen über andere Daten. Taxonomien beschreiben, welche Berichtspositionen grundsätzlich in einer XBRL-Instanz vorhanden sein können. Die IFRS Taxonomie enthält beispielsweise ein „strukturiertes Verzeichnis“ der möglichen Bilanzpositionen nach IAS/IFRS. Eine solche Taxonomie wird XBRL-Financial-Reporting-Taxonomie (XBRL-FR-Taxonomie) genannt.

Die eigentlichen Geschäftsdaten, z. B. die Zahlen in einer Bilanz, liegen – als so genannte Fakten – ungeordnet in einer XBRL-Instanz. Die Fakten werden innerhalb der XBRL-Instanz mit einer Einheit und ihrem so genannten Kontext verbunden. Die Einheit ist frei wählbar, wird jedoch meist eine Währungsangabe sein. Kontexte können beispielweise Angaben über die Firma, das Geschäfts-Segment, Genauigkeit oder ein bestimmtes Szenario (Ist-/Plan-Zahlen) sein. XBRL-Instanzen sind nur zusammen mit der zugrunde liegenden XBRL-Taxonomie systemübergreifend aus- und einlesbar.

 

In Anlehung an: Kesselmeyer/Leibfried (2008): Standardisierung der Berichterstattung durch XBRL